Zuchtberichte

Holstein Austria

Ausgabe 55 (September 05)

Liebe österreichische Züchterinnen und Züchter!

In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen unser Erfolgspaket der Wirtschaftlichkeit vorgestellt. Profit war das Schlagwort.

Eine wichtige Grundlage für den Profit ist die Fitness. Fitness ist das Resultat aus Nutzungsdauer, Langlebigkeit, funktionalem Exterieur, sehr guter Fruchtbarkeit, gutem Kalbeverlauf, geringer Totgeburtenrate, flacher Laktationskurve und guter Melkbarkeit bei geringen Zellzahlen.
Kühe die ohne Probleme lange Jahre viel Milch produzieren sind das Ziel. Die Leistung sollte von Laktation zu Laktation ansteigen.

Fitness ist auch die Harmonie in den Bewegungsabläufen im Körperbau, der Kondition und bei der Stressstabilität. Fitness ist das älteste und sicherste Selektionsmerkmal, älter und bewährter als manche Zuchtwertschätzungsmethode. Die gesamte Evolution wurde durch "Survival of the fittest" ermöglicht. Auch heute und morgen werden die besten, anpassungsfähigsten und vitalsten, für unser jeweiliges Haltungssystem geeigneten Kühe durchsetzen.

In Kanada wird seit Jahrzehnten mit Balanced Breeding und dem LPI gerade die Fitness besonders optimiert. Auch in der Schweiz wird seit langem auf funktionalen Typ und somit Fitness gezüchtet. Heute schreiben es sich viele Organisationen auf die Fahnen, auch jene, die gestern noch einseitig nur auf Leistung gesetzt haben.

Wir haben hier einen großen genetischen Vorteil durch jahrzehntelange, züchterische Arbeit auf funktionalen Typ und Leistung. Wir sind froh in Kanada und der Schweiz auf ein durchgezüchtetes, hohes genetisches Potential zugreifen zu können, das bei der Fitness nahezu keine Wünsche offen lässt.

In der Vergangenheit waren die Töchter mit den höchsten Leistungszuchtwerten leider nicht immer die fitesten. Es hat sich gezeigt, dass die so genannten "frühreifen Tiere" schlechter abschnitten als Kühe die sich von Laktation zu Laktation weiterentwickelt haben. Bei der Betrachtung von Leistungszuchtwerten sehen wir z. T. für uns unerklärliche "Umrechnungsverluste". Dieses Phänomen tritt auffallend oft bei Schweizer Stieren auf.
Viele Tierzüchter und Genetiker messen deshalb dem Originalzuchtwert im jeweiligen Herkunftsland der Stiere und der dortigen Abweichung eine höhere Aussagekraft als den umgerechneten Zuchtwerten bei.

Wir alle wissen, dass in der Zucht 2 × 2 nicht immer 4 ist. Der Vererber, der alles kann ist als Jahrhundertstier zu bezeichnen und findet sich nur ganz selten. In meiner langjährigen Berufstätigkeit habe ich den Stier mit dem goldenen Kopf nur einmal gefunden, er hängt in der Klosterkirche in Ettal.

Neben Derek, unserem Aktionsstier, der sich hervorragend weiterentwickelt hat, stellen wir Ihnen auf der folgenden Seite eine Reihe viel versprechender Neueinsteiger vor. Ihnen als Kunden obliegt es, welche Stiere Sie zur Verwirklichung Ihres Zuchtprogramms in Ihren Herden einsetzen möchten. Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat und unserer umfangreichen Stierauswahl gerne zur Verfügung.

Best Genetics wünscht Ihnen bei Ihren Zuchtentscheidungen eine glückliche Hand

Ihr
Manfred Schuler

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