Zucht-Infos´s
„Hormonost-Microlab Farmertest“-unentbehrlich für ein erfolgreiches Fruchtbarkeitsmanagement beim Milchrind.

Abb. 1: Gelbkörper

Abb. 2: Hypophse 3 Var.
Bei Stallbegehungen im Rahmen der produktionstechnischen Beratung werde ich immer wieder gefragt: „Habe ich zum richtigen Zeitpunkt besamt, bekommt meine Kuh etwa eine Zyste, rindert sie nach oder ist sie trächtig?“ Fragen, die sich der Milchviehhalter alltäglich stellt, insbesondere bei Problemkühen, denn Zeit ist Geld. Je schneller er darüber Bescheid weiß, um so eher kann er handeln bzw. den Tierarzt verständigen. Für jeden Tag unnötiger Güstzeit muß mit einem täglichen Verlust bzw. nicht realisierten Gewinn von 4-6 Euro gerechnet werden. So bedeutet jede Verlängerung der Güstzeit über 90 Tage ein entgangener Nutzen zwischen 80 und 130 Euro pro Umrindern. Wer kann sich diesen Luxus bei den derzeitigen niedrigen Milcherlösen noch leisten? Im zeitigen Trächtigbringen liegen also echte Gewinnreserven – Schrauben, an denen jeder Milchviehalter drehen sollte. Nach wie vor ist der Anteil an vorzeitigen Abgängen wegen Fruchtbarkeitsproblemen am höchsten. Jedenfalls verkürzt eine frühzeitige Eierstockskontrolle mit zuverlässiger Aussage die Zwischenkalbezeit und hilft Kosten sparen. Bekanntlich dauert ein normaler Geschlechtszyklus beim Rind 21 Tage. Er beginnt mit der Reifung der Eiblase (Follikel) und Brunsthormonbildung (Östrogen) und nachfolgendem Follikelsprung. An der gleichen Stelle, wo der Follikel war, bildet sich dann der Gelbkörper (Abb.1), der Progesteron produziert, das sog. „Trächtigkeitsschutzhormon“. Bei Nichtträchtigkeit wird der Gelbkörper unter dem Einfluß eines anderen Hormons, dem Prostaglandin (PGF2a) der Gebärmutterschleimhaut, aufgelöst, so daß ein neuer Follikel für den nächsten Zyklus heranreifen kann. Gesteuert werden die zyklischen Vorgänge am Eierstock von einer übergeordneten „Kommandozentrale“ im Gehirn, dem neuroendokrinen Hypothalamus-Hypophysen-System (Abb.2). Dieses gibt eierstocksteuernde Hormone ab, nämlich FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH („Follikelsprunghormon“). Hat die Kuh „aufgenommen“, dann bleibt der Gelbkörper bestehen und schützt hormonell die Trächtigkeit. Somit hat der Gelbkörper eine zentrale Funktion, dessen Hormon Progesteron quasi die 1. Geige in der Fruchtbarkeitssymphonie spielt. Auf- und Abbau der Funktionsgebilde Eiblase und Gelbkörper am Eierstock erfolgen gleitend.

Abb. 3: Follikelzyste
Leider laufen diese Vorgänge nicht immer reibungslos ab. Nicht selten erfolgt der Follikelsprung verzögert oder der Follikel „platzt“ nicht und entartet zu einer Zyste. Solche Follikel-Theka-Zysten können in unterschiedlicher Größe vorkommen (Abb.3). Aber auch die Aktivität kleinster Zysten reicht aus, einen bereits begonnenen Zyklus und damit das gesamte Fruchtbarkeitsgeschehen zu blockieren. Ferner werden einem immer wieder mal Tiere vorgestellt, deren Eierstöcke sich zurückgebildet haben und keinerlei Aktivität mehr besitzen. Zu beklagen ist auch häufiges Umrindern. Besonders bei Hochleistungskühen sind oftmals „schwächelnde“ Gelbkörper mit zu geringer Progesteronbildung die Ursache. All diese Vorgänge am Eierstock werden transparent und verständlich, wenn man sich eines zuverlässigen Milchprogesteron-Testes als Hilfsmittel bedient.

Abb. 5: 21 ng

Abb. 4: Drei Röhrchen-Foto
Für Berater und insbesondere für Milchviehhalter hat sich hierfür „Hormonost„ der biolab GmbH München (Unterschleißheim) bestens bewährt. Drei Tropfen Milch vom Haupt- oder Nachgemelk genügen, um in relativ kurzer Zeit eine sichere Antwort auf die eingangs gestellten Fragen zu erhalten. Die unterschiedliche Farbausprägung im Teströhrchen (Abb.4) machen dann sichtbar, was sich am Eierstock abspielt und welches Gebilde dort gerade eine Funktion ausübt, also das „Sagen“ hat. Dank der einfachen Durchführung des Testes, insbesondere mit dem neuen Testgerät „Mikrolab Farmertest“, bekommt man schnell ein Gespür für die zyklischen Abläufe am Eierstock und es wird einem bewußt, wie belastend und schädlich Fütterungsfehler (z. B. Ketose, Pansenazidosen, Rohproteinüberschuß) oder Haltungsstress (z. B. Überbelegung, dunkle und zu warme Ställe mit hoher Luftfeuchtigkeit) für den Zyklus sind. Das handliche Photometer „Mikrolab“ führt den Benutzer am Display, quasi im Dialog, durch den Test und erleichtert die Bewertung, da der Progesterongehalt in absoluten Werten wiedergegeben wird, z. B. 21,0 ng/ml (Abb.5) als Aussage über einen aktiven Gelbkörper. Dadurch ist eine objektive und noch feinere Einschätzung der gleitenden Vorgänge am Eierstock möglich. Anwendungsbereiche sind:
- Kontrolle der Fruchtbarkeit im Vorfeld einer Besamung (z. B. bei Einsatz von teuren Bullen wie Gesexter Samen) bzw. Brunstkontrolle bei unklaren Brunstsymptomen (z. B. stille Brunst)
- Früherkennung von Follikelzysten mit unverzüglicher tierärztlicher Behandlung
- Unterscheidung von aktiven und nicht aktiven Gelbkörpern bzw. frühzeitiges Erkennen von Gelbkörperschwäche
- Überwachung der Frühträchtigkeit, insbesondere am Tag 20/21
- Zykluskontrolle für den Embryotransfer
Die bisherigen Erfahrungen vom Einsatz des Milchprogesteron-Tests „Hormonost“ vor Ort sind:
- Verbesserung der Besamungserfolge und Besamungsindices auf 1,1-1,2 dank einer sicheren Eingrenzung des Besamungszeitpunktes.
- Verkürzung der Zwischenkalbezeit durch schnelles Erkennen am 20/21. Tag nach der Besamung, ob der Gelbkörper aktiv ist bzw. sofortige Nachbesamung ohne Zeitverlust bei Brunstfeststellung.
- Gute Fachgespräche während der Testdurchführung zwischen Berater und Tierhalter mit Auffrischung fruchtbarkeitsrelevanter Inhalte bzw. Vermittlung einschlägiger Zusammenhänge.
