Lebensleistungsschau Formel 50.000

Begeisterung für alte Kühe

Ein absoluter Toperfolg wurde die Weltpremiere der Lebensleistungschau FORMEL 50.000 des Rinderzuchtverbandes Tirol. Erstmalig wurde eine solche Art der Schau weltweit durchgeführt. Schon im Vorfeld der Schau gab es große Diskussionen über den Sinn der Schau. Von „Was wollt ihr mit den alten Oma‘s?“ bis hin zu „Ein geniale Idee“ gingen die Meinungen. Die FORMEL 50.000 polarisierte die Züchterschaft wie keine andere Schau.
Wie zahlreiche Besucher der fast 4.000 bestätigten, war die Qualität der ausgestellten Tiere auf höchstem Niveau. Öfters war vor allem von Besuchern aus anderen Bundesländern und Nationen zu hören, dass so eine Art der Schau bei Ihnen nicht möglich wäre. Unvorstellbar für viele Besucher waren die Daten der ausgestellten Tiere. So waren die 87 Ausstellungsstiere durchschnittlich 11 Jahre alt mit einer Lebensleistung von 72.000 Milch-kg. Bei anderen Schauen sind diese Werte meist nicht mal halb so groß. Wie aus dem Namen schon ableitbar, mussten alle Ausstellungstiere eine Lebensleistung von mindestens 50.000 kg Milch vorweisen.

100.000 Liter Golden-Girl-Parade begeisterte

100.000-Liter Golden-Girls-Kinder
Ein Höhepunkt der besonderen Art war die Parade der
100.000 Golden-Girls mit Kindern der Besitzerfamilien als
Taferlträger mit den Daten ihres 100.000 Liter Golden-Girls.
(Foto: Hannes Leitner)

Mit dem Höhepunkt der 100.000 Liter Golden-Girl-Parade wurde die FORMEL 50.000 eröffnet. Die unglaubliche Zahl von sechszehn 100.000 Liter Golden-Girls – davon waren 8 Holsteins – schritten angeführt von Kindern als Taferlträgern mit den darauf enthaltenen Daten der Kühe durch die Arena.
Da blieb dem ein oder anderen Besucher die Spucke weg, mit welchem flotten Schritt und welcher Eleganz diese alten Kühe den Ring durchschritten. 1.670.000 kg Milch und 220 Kuhjahre standen dabei im Ring. Für Begeisterung sorgten auch die Lebensläufe der sechszehn 100.000 Liter Golden Girls. Für jede Kuh wurde ein eigener Lebenslauf – verfasst aus der Sicht der Kuh in heiter-satirischer-tierischer Art und Weise – präsentiert.

Souveräne Leistung des Preisrichters

Scheckübergabe
Foto: www.landwirt.com

Die schwerste Aufgabe an diesem Tag hatte eindeutig Preisrichter Dr. Alfred Weidele aus Deutschland. Für ihn war es auch eine Premiere, solch eine Schau zu richten. Dass er seine Aufgabe – trotz angeregter Diskussionen nachher – sehr gut gelöst hat, beweisen die zahlreichen positiven Rückmeldungen. Wie Weidele persönlich anführte, war die große Problematik darin zu sehen, die funktionalen Kriterien mit den Typvorstellungen der Rasse entsprechend zu bewerten. Vor allem war diese Aufgabe durch die doch oft unterschiedlichen Typen in den Ringen nicht einfach.
Schlussendlich stellte Weidele dann in einer spannenden Entscheidung bei den Holsteins die Lee-Tochter Laura von Mathias Sprenger aus Fügen vor dem 100.000 Liter Golden-Girl Dora (HV Farmer) von Steiner Milchvieh aus Kematen an die Spitze. Für den Sieger gab es einen Siegerscheck in Höhe von 250 €, für den Reservechampion 150 €. Zur Verfügung gestellt von Best Genetics.

Richtungsweisende Schau

Wie der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter Anton Wagner in seinen Grußworten anmerkte, hat der Rinderzuchtverband Tirol mit der Lebensleistungsschau FORMEL 50.000 ein richtungsweisendes Signal für die Zukunft gesetzt. In Zeiten von sinkender Nutzungsdauer muss es wieder gelingen, diesen Trend umzudrehen. Zufrieden mit der Schau zeigten sich auch die Organisatoren Obmann Kaspar Ehammer und Geschäftsführer Ing. Christian Straif des Rinderzuchtverbandes. Vor knapp über drei Monaten wurden das Konzept der Lebensleistungsschau FORMEL 50.000 präsentiert. In dieser kurzen Zeit hat man es geschafft, mit fast 4.000 Besuchern eine Großveranstaltung mit internationalem Format aus dem Boden zu stampfen.

Christian Moser

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